Ein Trigger-Filter ist der Teil des Startpunkts eines Keaz-Flows, der entscheidet, wer ihn betritt. Der Trigger legt fest, was den Flow startet — eine Bestellung, ein abgebrochener Checkout, eine Nachricht des Kunden. Die Filter daneben grenzen das auf die Kontakte ein, die du wirklich erreichen willst: Käufer eines Produkts, Kunden aus einem Land, Erstkäufer statt Stammkunden. So verschickt ein einzelner Flow eine andere WhatsApp-Nachricht für eine Filterkartusche als für einen Duschkopf, ohne dass du zwei Flows baust.
Kurz zusammengefasst:
- Fünf Trigger-Typen aus vier Quellen können einen Flow starten. Trigger-Filter werden für die zwei Shopify-Trigger angezeigt: Contact purchase und Abandoned checkout.
- Ein Filter mit mehreren Produkten bedeutet eines dieser Produkte. Zwei getrennte Produktfilter bedeuten beide müssen zutreffen — der häufigste Konfigurationsfehler und der Grund, warum ein Flow fast niemanden erreicht.
- Shopify markiert einen Checkout nach 10 Minuten Inaktivität als abgebrochen, sobald die E-Mail vorliegt. Veröffentlichte Auswertungen sehen die Abbruchquote bei rund 70% — beim Abandoned-Checkout-Trigger zahlen Filter sich also am schnellsten aus.
Was macht ein Trigger-Filter genau?
Jeder Flow besteht aus drei Arten von Blöcken: einem Startpunkt, einem oder mehreren Nachrichten-Blöcken und optionalen Wartezeit-Blöcken, die Kontakte zwischen zwei Nachrichten halten. Im Startpunkt stecken Trigger, Filter, Kontakt-Labels und der Rabattcode für das Umsatz-Tracking — er leistet mehr, als der Name vermuten lässt.
Die Arbeitsteilung lohnt sich einmal zu lernen, weil sie jede spätere Targeting-Frage erklärt: Der Trigger entscheidet, was den Flow startet. Filter und Labels entscheiden, wer ihn tatsächlich betritt. Ein Flow mit Contact-purchase-Trigger und ohne Filter läuft für jede Bestellung. Setz einen Filter auf ein Produkt, und derselbe Flow läuft nur noch für Bestellungen mit diesem Produkt. Am Flow selbst ändert sich nichts — gleiche Nachrichten, gleiche Wartezeiten, gleicher Rabattcode.
Filtern ist keine Kapazitätsfrage — ein Flow bedient beliebig viele Kontakte gleichzeitig. Es geht um Relevanz: Eine Erinnerung, die das gekaufte Produkt benennt, schlägt einen allgemeinen Hinweis, und es ist derselbe Flow. Die Flows-Übersicht im Help Center erklärt den Aufbau der Blöcke.
Welche Trigger kannst du filtern — und warum nur diese?
Fünf Trigger-Typen aus vier Quellen — zwei Shopify-Events, einer Keaz-intern, einer extern und einer auf WhatsApp selbst:
- Contact purchase — Shopify. Ein Kontakt bestellt in deinem Shop. Wie der Contact-purchase-Trigger funktioniert zeigt, welche Bestelldaten er lesen kann.
- Abandoned checkout — Shopify. Ein Kontakt startet einen Checkout und schließt ihn nicht ab. Shopify wertet einen Checkout als abgebrochen, wenn er länger als zehn Minuten unvollständig bleibt, nachdem die E-Mail-Adresse vorliegt (Shopify Help Center). Dieser Trigger greift also in Minuten, nicht in Stunden.
- Smart activation — Keaz-intern. Keaz ermittelt pro Kontakt den besten Sendezeitpunkt, um Spam-Meldungen niedrig und die Qualität deines WhatsApp-Accounts hoch zu halten. Eine feste Uhrzeit legst du nicht fest.
- Webhook — extern. Ein anderes System ruft Keaz auf und startet den Flow. So kommen Ereignisse herein, die dein Shopsystem nicht selbst ausgibt.
- Chat-in — WhatsApp. Der Kontakt schreibt dich zuerst an.
Trigger-Filter werden im Flow-Builder für die zwei Shopify-Trigger angezeigt, Contact purchase und Abandoned checkout. Das ist keine willkürliche Grenze: Nur diese Trigger bringen eine Bestellung oder einen Checkout mit, es gibt also überhaupt Produkt-, Wert- und Kundendaten, auf die ein Filter zugreifen kann. Smart activation, Webhook und Chat-in liefern keine Positionsdaten mit — dort ist Targeting eine Frage von Segmenten und Labels.
Wenn du zwischen den beiden Shopify-Triggern wählst: Beim abgebrochenen Checkout liegt meist zuerst Geld. Veröffentlichte Auswertungen zur Checkout-Abbruchquote liegen im Handel bei etwa 70% — die laufende Meta-Analyse des Baymard Institute über 50 Studien nannte im Update 2025 ungefähr diesen Wert (Baymard Institute). Unsere eigenen Forecast-Annahmen rechnen mit rund 28% Checkout-Abbrüchen für einen typischen DACH-Shopify-Shop, wobei WhatsApp etwa 8 Prozentpunkte Rückgewinnung gegenüber E-Mail allein hinzufügt. Veröffentlichte Bandbreiten kennzeichnen wir als solche; wie der Forecast berechnet wird zeigt, welche Zahl woher kommt. Der Leitfaden zur Warenkorb-Rückholung geht auf die Nachrichten selbst ein.
Wie sendest du verschiedene Nachrichten für verschiedene Produkte?
Das ist der Punkt, der Shops echtes Geld kostet, wenn er falsch gesetzt ist. Innerhalb eines Startpunkts gilt: Werte innerhalb eines Filters werden mit ODER verknüpft, getrennte Filter mit UND. Konkret: Ein Produktfilter mit drei Produkten heißt „eines dieser drei". Drei einzelne Produktfilter heißen, dass die Bestellung alle drei Produkte gleichzeitig enthalten muss — was praktisch nie vorkommt. Der Flow erreicht dann still niemanden.
So machst du es richtig
- Öffne den Flow und wähle den Block Startpunkt.
- Setz den Trigger auf Contact purchase oder Abandoned checkout.
- Füge eine Bedingung auf das Produktfeld hinzu.
- Trag alle Produkte, die passen sollen, in dieselbe Bedingung ein — das Feld nimmt mehrere Werte.
- Lies die Zusammenfassung. Dort muss eines dieser Produkte stehen. Siehst du stattdessen zwei getrennte Produktbedingungen, lösch eine und führ die Werte zusammen.
- Speichern und aktivieren.
Die gleichen Felder gibt es für Produktkategorie, Produkttyp und Produkt-Tag. So sprichst du eine ganze Collection an, statt jede SKU zu nennen — praktisch, wenn sich die Collection ändert, der Flow aber nicht. Auch Land und Kundentyp sind filterbar: „Erstbestellung aus Österreich mit irgendetwas aus der Refill-Collection" ist ein Startpunkt, nicht drei Flows.
Setz UND bewusst ein, wenn du es willst. „Bestellung enthält eine dieser drei Filterkartuschen" UND „Land ist Deutschland" sind zwei Filter, die genau das tun, was zwei Filter tun sollen. Der Fehler ist nur, zwei Filter auf dasselbe Feld zu setzen, wenn du „eines von beiden" meinst.
Wie unterscheidet Keaz Erstkäufer von Stammkunden?
Über die Anzahl der Bestellungen — und es lohnt sich, beide Gruppen in getrennte Flows zu schicken, statt eine Nachricht zu schreiben, die für beide passen soll. Keaz unterscheidet sie über den Bestellzähler des Kontakts: Bestellungen = 1 ist ein Erstkäufer, Bestellungen > 1 ein wiederkehrender.
Ein Willkommens- oder Erstbestellungs-Flow filtert also auf Bestellungen = 1, ein Wiederkauf- oder Bestellbestätigungs-Flow auf Bestellungen größer 1. Bleiben es zwei Flows mit zwei Filtern, landet jeder Käufer in genau einem. Willst du beides aus einem Flow bedienen, begrüßt du irgendwann jemanden, der neun Mal bei dir gekauft hat — das wirkt schlechter, als nichts zu senden.
Die Erstkäufer-Seite ist ein eigener Flow: Der Leitfaden zur WhatsApp-Willkommensnachricht behandelt Inhalt und Wartezeit. Für Stammkunden ist der nützliche Filter meist nicht der Bestellzähler allein, sondern zusammen mit einem Produktfilter — damit die Erinnerung das Produkt nennt, das wirklich nachgekauft wird.
Häufige Fehler
Fünf Fehler, grob nach Häufigkeit ihrer Kosten:
- Zwei Filter, wo einer gemeint war. Zwei Bedingungen auf dem Produktfeld werden mit UND verknüpft, der Kunde müsste also beide Produkte in derselben Bestellung kaufen. Symptom: ein seit Wochen aktiver Flow mit einer Handvoll Kontakten. Lösung: eine Bedingung, mehrere Werte.
- Filter, die nach dem Trigger-Wechsel zurückbleiben. Filter werden nur für Contact purchase und Abandoned checkout angezeigt. In Flows, die vor dem 9. August 2026 gebaut wurden, konnte ein dort gesetzter Filter einen Wechsel auf einen anderen Trigger-Typ überleben — weiter ausgewertet, weiter blockierend, aber nirgends mehr sichtbar. Das ist behoben. Wenn ein älterer Flow nie gelaufen ist und du den Grund nicht siehst: Stell den Trigger zurück auf Contact purchase, sieh nach, welche Filter erscheinen, und lösch die ungewollten.
- So eng filtern, dass die Zielgruppe nichts mehr bewegt. Ein Filter, der zwanzig Kontakte übrig lässt, kann keine Zahl verändern. Prüf die Größe der Zielgruppe vor dem Aktivieren und erweitere die Produktliste, nicht die Nachricht.
- Annehmen, ein Filter erzeuge eine Einwilligung. Filter grenzen ein, wer einen Flow betritt. Sie melden niemanden an. Das Mindest-Opt-in-Level des Flows ist eine eigene Einstellung — und die entscheidet, ob du überhaupt schreiben darfst.
- Kein eigener Rabattcode pro Flow. Umsatz wird über einen Rabattcode pro Flow zugeordnet. Teilen zwei getargetete Flows einen Code, kannst du nicht mehr sagen, welches Targeting gewirkt hat — und genau dafür hast du gefiltert.
Häufige Fragen
Kann ein Flow verschiedene Nachrichten für verschiedene Produkte senden?
Ein Flow sendet eine Nachrichtenfolge. Willst du den Text je Produkt variieren, baust du einen Flow pro Variante und gibst jedem einen Produktfilter — so ist es gedacht, und die Kennzahlen jedes Flows bleiben lesbar. Ein Filter mit mehreren Produkten ist für den Fall, dass dieselbe Nachricht für alle passt.
Warum sehe ich bei meinem Flow keine Filter?
Filter werden für die Trigger Contact purchase und Abandoned checkout angezeigt. Nutzt dein Flow Smart activation, Webhook oder Chat-in, gibt es keine Trigger-Filter — steuere dort über Segmente und Labels.
Funktionieren Trigger-Filter auf Collections oder nur auf einzelnen Produkten?
Auf beidem. Neben dem Produktfeld gibt es Felder für Produktkategorie, -typ und -Tag. Du sprichst eine Collection an, ohne jeden Artikel zu nennen — und der Flow läuft weiter, wenn du ein Produkt ergänzt.
Wie prüfe ich, ob ein Filter das tut, was ich denke?
Lies die Zusammenfassung im Startpunkt — dort steht „eines dieser Produkte" oder „keines dieser Produkte" — prüf dann die Größe der Zielgruppe und gib dem Flow einen eigenen Rabattcode, damit der Umsatz zuordenbar ist. Läuft ein Flow eine Woche mit kaum Kontakten, schau zuerst auf den Filter.
Trigger-Filter sind der Unterschied zwischen einem Flow, der bei jeder Bestellung läuft, und einem, der bei den Bestellungen läuft, die du gemeint hast. Lern die eine Regel, auf die es ankommt — mehrere Werte in einem Filter heißen eines davon, zwei Filter heißen beide —, schick Erst- und Stammkäufer in getrennte Flows und gib jedem Flow einen eigenen Rabattcode, damit du siehst, welches Targeting sich gelohnt hat. Der Rest ist Detail, das du im Builder lernst. Was Flows sonst können, zeigt die Features-Seite.
Du willst wissen, was besser getargetete WhatsApp-Flows auf deinen eigenen Zahlen wert wären, bevor du etwas umbaust? Prognose berechnen — läuft auf deinen Shopify-Daten und dauert ein paar Minuten.
Häufige Fragen
Was macht ein Trigger-Filter genau?
Welche Trigger kannst du filtern — und warum nur diese?
Wie sendest du verschiedene Nachrichten für verschiedene Produkte?
Wie unterscheidet Keaz Erstkäufer von Stammkunden?
Nils Spölgen
Founder bei Keaz. Serial Founder im Chat-Marketing — hat aus einer lokalen Agency Keaz gemacht, die WhatsApp-Marketing-Plattform für Shopify. MVP bootstrapped, Funding geholt und auf 200+ Merchants in DACH skaliert. Schreibt über Flows, Opt-in & DSGVO, Klaviyo und realistische Umsatz-Benchmarks — und rechnet lieber konservativ als beeindruckend. Profil ansehen



